Tipps für mehr Zufriedenheit

Als Kinder waren wir unbeschwert, neugierig und voller Tatendrang. Wir sind unvoreingenommen auf andere zugegangen, haben viel gelacht und haben das Leben als ein interessantes Spiel und ein Abenteuer angesehen.

Es gab so viel zu entdecken und alles war spannend und aufregend. Unser Leben glich einem Spielplatz, auf dem wir uns austoben und Spaß haben konnten, ein Rummelplatz voller faszinierender und aufregender Attraktionen, die erlebt und genossen werden wollten.

Auf unserem Weg zum Erwachsenwerden haben wir jedoch unsere Unvoreingenommenheit, unsere Energie, unsere Neugierde und unser Lachen verloren.

Wir sind pessimistisch, ängstlich, zynisch und kritisch geworden.  Wir haben Angst vor der Zukunft, Angst vor Ablehnung und Kritik, Angst nicht zu genügen. Wir machen uns Sorgen und finden wenig Anlässe, zu lachen, unbeschwert und ausgelassen zu sein.

Warum haben wir uns gefühlsmäßig so negativ verändert?

Das Leben und die Menschen haben sich nicht verändert, denn auch heute noch verhalten sich kleine Kinder wie wir damals, als wir klein waren. Wir haben uns verändert.

Das Leben ist immer noch genauso ein Abenteuer wie früher. Das Leben ist immer noch eine große Spielwiese, auf der wir uns austoben können. Es gibt immer noch viel zu entdecken und zu staunen.

Was sich geändert hat, ist unsere Einstellung zum Leben, unsere Wahrnehmung des Lebens und der Menschen.

Sie werden nun vielleicht sagen: Das ist doch ganz normal. In der Kindheit ist man eben unbeschwert. Und überhaupt: wenn man viel Negatives erlebt hat, dann ist es doch ganz normal, dass man nicht mehr unbeschwert und ausgelassen durchs Leben gehen kann.

Sie haben Recht. Wenn man durch Dreck und Schmutz geht, dann bleibt immer etwas davon an einem hängen. Und so blieb viel Negatives an uns hängen, das heute unser Denken und Fühlen beeinflusst und uns die Welt anders erleben lässt, als zu Kindertagen.

Der „Dreck“ und „Schmutz“ unserer Kindertage machte uns zunehmend blind für das Schöne, Positive und Aufregende im Leben.

Was macht man mit Kleidung, die dreckig und voller Staub ist? Wirft man sie weg? Nein. Man wäscht sie, befreit sie vom Schmutz, und hat so wieder Freude an ihr.

Genauso können auch wir unser Denken von dem geistigen Schmutz befreien, der unsere Lebenszufriedenheit beeinträchtigt und der uns daran hindert, unser Leben zu genießen und Freude daran zu haben. Wie macht man das?

5 Tipps für mehr Zufriedenheit

Immer, wenn Sie unzufrieden und unglücklich sind, machen Sie die folgenden kleinen Übungen, die Sie nicht mehr als 3 bis 5 Minuten Zeit kosten.

Je öfter Sie diese machen, umso mehr und umso schneller werden Sie deren positive Wirkung spüren. Lebenszufriedenheit kann man trainieren.

TIPP 1. Notieren Sie sich 10 Dinge, für die Sie dankbar sein können. Schließen Sie Ihre Augen, atmen einige Male tief ein und aus und denken an diese 10 Geschenke. Anregungen, wofür Sie dankbar sein könnten und wie das Gefühl der Dankbarkeit die Lebenszufriedenheit steigert.

TIPP 2. Fragen Sie sich: Was kann ich tun, um dieses Problem zu lösen? Suchen Sie nach Lösungen, statt auf dem Problem herumzukauen und sich darüber zu ärgern.

Je öfter Sie sich die Frage stellen, was Sie tun können, umso wahrscheinlicher werden Sie eine Antwort für die Lösung finden. Mehr zum Umgang mit Problemen.

Lesen Sie auch die Lebensweisheit von dem Jungen, dessen größte Schwäche zugleich seine größte Stärke war.

TIPP 3. Ganz oft erlebe ich in meinem Leben, dass sich anfänglich in meinen Augen negative Ereignisse wenig später als ein Glücksfall erweisen.

Ich habe mir deshalb angewöhnt, bei allem, was mich stört oder was meine Pläne durchkreuzt, zu sagen: "Wer weiß, wofür das gut ist". Und schon fühle ich mich augenblicklich besser.

Mein Frust ist gelindert, weil die Hoffnung durchblickt, dass der vermeintliche Störenfried in Wahrheit ein Glücksbringer ist - was tatsächlich sehr oft der Fall ist.

Enttäuschungen sind ja im Grunde genommen etwas Positives. Das Wort Ent-täuschung bedeutet, man hat sich täuschen lassen oder man hat sich selbst etwas vorgemacht oder sich belogen und die Selbst-Täuschung wurde enttarnt, ist aufgeflogen.

TIPP 4. Lesen oder hören Sie etwas Inspirierendes und Aufbauendes. Vielleicht von Menschen, die noch größere Probleme hatten als Sie und diese überwunden haben. Vielleicht aber auch nur ein Gedicht, das Sie auf andere Gedanken bringt, Sie aufbaut und motiviert.

Schauen Sie sich Weisheiten an und überlegen, welche Bedeutung diese für Ihr Leben haben könnten. Lesen Sie Berichte von Menschen, die körperlich ein Handicap haben, aber sich dadurch nicht behindern lassen und ein erfülltes Leben führen.

Auch Witze und lustige Geschichten können Sie auf andere Gedanken bringen und Ihre Lebenszufriedenheit steigern.

Ist das nicht ein Wegschauen, eine Verdrängung des Negativen, eine Flucht vor der Realität, ein Augen verschließen vor dem, was ist? Gegenfrage: Ist es eine Flucht vor der Realität, wenn ich die Schönheit einer Rosenblüte bewundere und die Dornen nicht beachte?

Worauf wir unseren Blick richten, bestimmt, wie wir uns fühlen.

Womit wir uns in Gedanken beschäftigen, bestimmt, wie wir uns fühlen und verhalten. Das ist eine Tatsache.

Wenn Sie sich durch Ihre Gedanken unglücklich machen, dann ist das ebenso eine Selbsttäuschung, wie wenn Sie sich durch Ihre Gedanken glücklich und zufrieden machen. Nur dass sich die Täuschung durch positive Gedanken besser anfühlt.

Die Dinge sind weder gut noch schlecht. Erst unser Denken, unsere Wertung, lässt sie gut oder schlecht erscheinen.

George Bernard Shaw hat das einmal sehr schön ausgedrückt:

Das Leben hört nicht auf, komisch zu sein, wenn Menschen sterben - ebenso wenig wie es aufhört, ernst zu sein, wenn man lacht.

TIPP 5. Entscheiden Sie sich dafür, zufrieden und glücklich zu sein. Ob Sie zufrieden oder unzufrieden sind, das ist Ihre Entscheidung.

Indem Sie sich nämlich in Gedanken auf das konzentrieren, was Ihnen in Ihren Augen fehlt, indem Sie darüber nachdenken, in welchen Bereichen Sie in Ihren Augen benachteiligt sind, machen Sie sich unzufrieden und unglücklich.

Genausogut könnten Sie auch darüber nachdenken, was Sie alles besitzen, worauf Sie stolz sein könnten, worüber Sie sich freuen könnten.

Wenn Sie das täten, wie würden Sie sich dann fühlen? Zufrieden und glücklich. Richtig?

Also: Sie entscheiden sich tatsächlich für Ihr Glücklichsein und Ihr Unglücklichsein.

Machen Sie sich diese Tatsache bewusst, vor allem aber: machen Sie von dieser Freiheit Gebrauch und Ihre Lebenszufriedenheit wird steigen.

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